Bab al-Mandab und ihre Bedeutung für die internationale Logistik
Die Schifffahrt zwischen Europa und Asien ist von enormer Bedeutung für die Logistik.
Lesedauer: 2 Minuten
Bab al-Mandab und ihre Bedeutung für die internationale Logistik
Die Straße von Hormus kennen viele aus den Nachrichten. Bab al-Mandab klingt eher nach einer kniffligen Frage im Geografiequiz. Für die internationale Logistik gehört diese Meerenge jedoch zum Pflichtwissen. Denn hier entscheidet sich mit, wie schnell Waren zwischen Asien und Europa unterwegs sind und welche Kosten dabei entstehen. Wer Lieferketten verstehen möchte, sollte deshalb beide Meerengen auf dem Schirm haben. Das betrifft deutlich mehr als die Schifffahrtsbranche: Über 80 Prozent des weltweiten Warenhandels werden mengenmäßig über See abgewickelt, so die UN-Handelsorganisation UNCTAD[1]. Entsprechend weit reichen die Folgen, wenn wichtige Routen aus dem Takt geraten.
https://unctad.org/news/maritime-trade-under-pressure-growth-set-stall-2025?utm_source=chatgpt.com
Wo Bab al-Mandab liegt
Bab al-Mandab liegt zwischen dem Jemen und dem Horn von Afrika. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit mit dem Indischen Ozean. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nach Angaben der US-Energiebehörde EIA[1] etwa 29 Kilometer breit. Auf einer Weltkarte fällt dieser Durchgang kaum auf. Für die Schifffahrt ist er der südliche Zugang zu einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Asien und Europa. Schiffe, die aus dem Indischen Ozean über das Rote Meer und den Suezkanal Richtung Mittelmeer fahren, passieren Bab al-Mandab. Am nördlichen Ende dieser Verbindung liegt der Suezkanal. Dessen üblichen Anteil am weltweiten Seehandelsvolumen bezifferte der IWF 2024 auf rund 15 Prozent[2]. Das verdeutlicht die Bedeutung dieses Korridors: Für den durchgehenden Verkehr auf dieser Route gehören beide Durchgänge zusammen.
Wie Hormus und Bab al-Mandab zusammenhängen
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Für viele Energielieferungen aus der Golfregion Richtung Europa folgen anschließend Bab al-Mandab und der Suezkanal. Auf einer einzigen Transportstrecke können damit gleich mehrere empfindliche Engstellen liegen. Ihre Bedeutung lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Laut EIA passierten 2023 durchschnittlich 9,3 Millionen Barrel Rohöl und Erdölprodukte pro Tag Bab al-Mandab. Durch Hormus flossen im selben Jahr 21,8 Millionen Barrel täglich. Hormus hatte damit das größere Ölvolumen. Bab al-Mandab bleibt zugleich für den Warenverkehr auf der Verbindung zwischen Asien und Europa entscheidend. Dazu zählen etwa Container mit Elektronik, Textilien oder Maschinenbauteilen.
Wenn die Abkürzung ausfällt
Seit November 2023 führten Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe dazu, dass Reedereien Fahrten durch das Rote Meer vermieden. Wie stark sich solche Sicherheitsrisiken auf die Route auswirken, zeigen die Öltransporte: Ihr Tagesvolumen durch Bab al-Mandab sank laut EIA von 9,3 Millionen Barrel 2023 auf 4,1 Millionen 2024. Die Ausweichroute führt um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas. Für Waren zwischen Asien und Europa bedeutet das einen erheblichen Umweg. Der IWF stellte Anfang 2024 fest, dass diese Umleitungen die Lieferzeiten im Durchschnitt um zehn Tage oder mehr verlängerten. Gleichzeitig fiel das Handelsvolumen durch den Suezkanal im Januar und Februar 2024 gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent. Zehn zusätzliche Tage auf See können im Betrieb ordentlich etwas durcheinanderbringen. Fehlt ein Bauteil, kann die Produktion stocken. Saisonware erreicht womöglich erst nach dem geplanten Verkaufsstart das Lager. Außerdem bleibt Kapital länger in unterwegs befindlichen Waren gebunden. Die UNCTAD beschreibt längere Transportwege als Ursache zusätzlicher Verzögerungen, Kosten und Emissionen. Ein Umweg auf der Seekarte landet damit schnell in der Kalkulation. Auch die Wirkung auf die verfügbaren Schiffe lässt sich leicht nachvollziehen: Braucht ein Schiff länger für seinen Umlauf, steht es später für die nächste Beladung bereit. Solche Verschiebungen können weitere Abfahrten und Anschlussverbindungen betreffen. Unternehmen sollten daher auch dann auf veränderte Fahrpläne achten, wenn ihre eigene Sendung gar nicht durch Bab al-Mandab fährt. Lieferketten enden schließlich selten an der nächsten Hafenkante.
„Gerade durch die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten rückt die Meerenge wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Wir bei Skyline Express haben die Lage im Blick und beraten Sie gerne bei Fragen zu der Bedeutung für Ihre Warentransporte.“
Warum die Route weiter Aufmerksamkeit verdient
Auch 2026 blieb die Verbindung ein Thema: Der IWF berichtete am 29. April, dass die Zahl der Schiffspassagen durch Bab al-Mandab noch ungefähr halb so hoch lag wie vor Beginn der Angriffe. Gleichzeitig können sich einzelne Warenströme anders entwickeln. Die EIA verzeichnete für das zweite Quartal 2026 wieder durchschnittlich 8,1 Millionen Barrel Öl [3] pro Tag durch die Meerenge. Ölvolumen und Schiffspassagen messen unterschiedliche Dinge und ergeben zusammen ein differenzierteres Bild.
Was Unternehmen daraus mitnehmen können
Für Verlader lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die tatsächlich geplante Route. Läuft die Sendung über das Rote Meer oder um Afrika? Welche Laufzeit ist realistisch? Und welche Folgen hätte eine weitere Verzögerung? Entscheidend ist, Beschaffung und Produktion mit diesen Informationen abzugleichen, statt einfach den nächsten Ankunftstermin aus dem alten Fahrplan zu übernehmen. Wer regelmäßig Ware aus Asien bezieht, kann beispielsweise prüfen, ob Bestellungen früher ausgelöst werden sollten oder zusätzliche Bestände für besonders wichtige Artikel sinnvoll sind. Solche Puffer kosten allerdings Geld und Lagerfläche. Deshalb lohnt es sich, zwischen gut ersetzbaren Waren und Teilen zu unterscheiden, deren Fehlen einen ganzen Auftrag aufhält. Einen pauschalen Sicherheitsbestand für jede Sendung braucht es dafür nicht.
Nutzen Sie unsere Erfahrung und Expertise
Bei zeitkritischen Gütern kann es sinnvoll sein, eine Lieferung aufzuteilen und dringend benötigte Teile per Luftfracht vorzuziehen. Größere Mengen können weiterhin auf dem Seeweg reisen. Welche Lösung passt, hängt unter anderem von Warenwert, Volumen und Termin ab. Genau hier unterstützen wir bei Skyline Express mit Seefracht, Luftfracht und individuell abgestimmten Logistiklösungen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Transportplanung überprüfen möchten.
https://www.eia.gov/todayinEnergy/detail.php?id=41073&utm_source=chatgpt.com
https://www.eia.gov/outlooks/steo/report/energysecurity/article.php?utm_source=chatgpt.com
Mit Skyline Express erreichen Sie Ihre Ziele.
Ob Seefracht, Luftfracht, Landverkehr oder komplexe Logistiklösungen – unser Team sorgt für reibungslose Abläufe, schnelle Transporte und volle Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. Vertrauen Sie auf Erfahrung, Dynamik und digitale Effizienz.